21. März 2016

Weihnachten - von Niklas Bischoff

Weinachten in Papua-Neuguinea

Es ist Weihnachtszeit in Papua Neuguinea. Oder besser gesagt Adventszeit, denn es ist erst der 23. Dezember. Und genau am 23. Dezember fängt die Geschichte an.
Ein paar von Ihnen, die diese Geschichte lesen waren wahrscheinlich noch nie in Papua-Neuguinea. Und dann wisst Ihr wahrscheinlich auch nicht dass es in Papua-Neuguinea nicht schneit. (Denn es könnte ja sein das Ihr von Papua-Neuguinea schon im SRF gehört habt, ich meine natürlich nicht das es dort nicht schneit.) Denn es schneit wirklich nicht in Papua-Neuguinea. Ausser auf dem höchsten Berg im Land der „Mt. Wilhelm“ heisst. Ja, es gibt viel nicht in Papua-Neuguinea, es gibt keine Birken oder Tannen. Aber das heisst nicht, dass wir nur wegen einer Tanne nicht Weihnachten feiern können.
Wir nehmen eben künstliche Tannenbäume und, weil künstliche Tannenbäume keine echten Kerzen tragen können, brauchen wir bunte Lichterketten anstatt Kerzen. So und jetzt fängt die Geschichte an.
Wie fast alle Kinder in der Schweiz oder in Deutschland öffnen wir jeden Morgen in der Adventszeit den Adventskalender. Das taten wir auch heute. Nach dem Adventskalender öffnen assen wir das Frühstück. Als wir mit dem Frühstück fertig waren fing ich und meine Schwester Joelle mit der Schule an, denn wir machen zu Hause Schule und haben Schule bis wir alle vier Quartale fertig haben. Natürlich habe ich noch Sommerferien, aber nur drei, vier Wochen. Jeden Tag bis zum 25. Dezember haben wir Schule (wenn wir noch nicht fertig sind) aber am 25. Dezember haben wir dann frei. Und weil wir vom 23. bis 24. nicht viel machen, ausser der Schule, erzähle ich besser ab dem 25. Dezember.
Also, so fing er an der Tag, zuerst assen wir das Frühstück wie alle auf der Welt. Dann gingen wir in die Kirche, das erzähle ich jetzt ganz genau: Wir haben eine kleine Kirche in der Nähe des Spitals, dort hatten wir den Weihnachtsgottesdienst. Es war mehr singen als sonst. Ich weiss nicht mehr ob es eine Predig gab, aber ich höre nur ab und zu zu was sie sagen denn ich bin fast immer in irgend ein Buch vertieft. Diesmal war es aber anders, es war schön geschmückt mit Blumen (denn Papua-Neuguinea hat schöne Blumen) und Bilder, Blumen haben sie eigentlich immer aber Bilder habe ich noch nie gesehen. Und schon gar keine die Tannen und Geschenke darauf haben. Denn die Leute hier feiern Weihnachten nicht. Also jetzt aber zurück in die Kirche. Und sie hatten ein paar Bäume abgeschnitten und mit Lichterketten verziert, es sah fast so aus wie unsere künstlichen Tannenbäume nur eben nicht künstlich. Und die Lichterketten blinkten die ganze Zeit. Es sah schön aus, sehr schön sogar. Die Leute sangen Weihnachtslieder und hinten blinkten die Lichterketten von grün auf rot und von rot wieder auf grün. Dann ganz am Schluss machten wir (mit wir meine ich jetzt die Kinder von Rumginae* Station und Rumginae Station ist der Ort wo ich wohne) ein Foto. Nach dem Weihnachtsgottesdienst gingen wir nach Hause. Zu Hause machten wir dann irgendetwas zum Beispiel etwas Lesen oder so.
An diesem Abend sah es fast so schön aus wie in der Kirche. Der künstliche Tannenbaum und darunter all die Geschenke. Aber wir durften nicht alle Geschenke auf einmal auspacken, wir durften nur zwei Geschenke öffnen, vor der Weihnachtsgeschichte und Sängerei. Nach der Geschichte las ich noch eine kleine Weihnachtsgeschichte vor und dann konnten wir endlich die Weihnachtsbäckereien essen. Mir lief das Wasser im Mund zusammen als ich sah was es alles gab: Vanillekipferln, Kokosmakrönli und und und. Als wir dann fertig mit dem Essen waren machten wir unsere restlichen Geschenke auf und dann hörte man es ganz durcheinander sagen „Oh, das wollte ich ja schon lange!“ „Diese Playmobil ist aber schön!“ „Sieht mal das an!“ Genau so ein Durcheinander gibt es immer an Weihnachten, wenn wir sehr aufgeregt sind.
Ich liebe Weihnachten feiern in Rumginae so schön ist das.

PS: Rumginae ist eine Station und ein Dorf, beides ist nah zusammen.

Weihnachten 2015

27. Februar 2016

14. November 2015

Ein Tor im Himmel

„Ich versichere euch: Ihr werdet erleben, dass der Himmel offen steht und die Engel Gottes von dem Menschensohn hinauf- und zu ihm heruntersteigen.“ Joh 1,51

Ich wusste bereits am Morgen, dass es ein langer Tag werden würde. Ich musste Schulmaterial von Tari nach Muluma und Huya, zwei Dörfer im Busch, fliegen. Tari selbst ist auch eine gute Flugstunde von Rumginae entfernt. So erwartete ich, erst um ca 17:00 wieder zu Hause zu sein.
Wenn ich nach Tari fliege, kommt es selten so wie’s geplant war. Dieses Mal hatten die MAF-Angestellten noch eine zusätzliche Runde nach Musula eingebaut und so war ich bereits 30 Minuten hinter meinem Zeitplan, als ich kurz vor 15:00 Tari zum letzten Mal anflog. Dunkle Gewitterwolken verhiessen nichts Gutes und ich konnte gerade noch landen, bevor starke Regenschauer auf mein Flugzeug niederprasselten.
Nun begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Passagiere für Kiunga und ein zusätzlich geplanter Stopp in Suabi, um weitere Passagiere aufzuladen, verlangten nach etwas mehr als zwei Stunden Tageslicht, welches um 18:09 enden würde. Als es um 16:00 immer noch regnete, entschied ich mich, den zusätzlichen Stopp zu streichen und direkt nach Kiunga zu fliegen. So konnte ich eine halbe Stunde einsparen. Um 16:15 konnte man wieder Strukturen in den Wolken sehen und der Regen liess nach. Um 16:30 betankten wir das Flugzeug und luden die Passagiere ein. Der Wetterbericht für Kiunga war ausgezeichnet. Als ich in Tari abhob, hatte es nur noch wenige Wolken. Dafür wurde das Tageslicht langsam knapp – es blieben mir noch 90 Minuten, um (über Kiunga) nach Rumginae zu fliegen.
Während meiner Wartezeit in Tari hatten sich im Süden auch Gewitterwolken gebildet, und als ich den letzen Gipfel vor der grossen Ebene der Western Province hinter mir liess, versperrte mir eine Gewitterfront den Weg gegen Westen. Die Front erstreckte sich weit gegen Süden und Osten und mit den Bergen im Norden gab es keine Möglichkeit sie zu umfliegen. Da die Wolken bereits zu hoch für meinen kleinen Flieger waren, begann ich einen Sinkflug. Ich wollte versuchen unter den Wolken durchzukommen. Allerdings machte ich mir keine grossen Hoffnungen, da die Front ziemlich aktiv aussah und der Regen unter den Wolken wahrscheinlich zu stark sein würde.
In diesem Moment bemerkte ich ein unwirklich goldenes Licht zwischen zwei Gewittertürmen. Als ich es näher betrachtete, bemerkte ich, dass das Licht der Sonne, welche sich im Westen dem Horizont näherte, durch eine Öffnung schien und die feuchte Luft zum Leuchten brachte. Sofort brach ich den Sinkflug ab und fing wieder an zu steigen. Das goldene Tor im Himmel war der einzige Weg zurück nach Hause - falls ich dort ankam, bevor es sich wieder verschloss. Ich hielt geradewegs darauf zu und es schien wie eine Ewigkeit, bevor ich es erreicht hatte.
Dann war es geschafft. Ich flog durch die Öffnung und dahinter erstreckte sich die ganze Western Province in gutem Wetter und schönster Abendstimmung. Zwei Minuten bevor die aeronautische Nacht begann landete ich in Rumginae – weil Gott den Himmel für mich geöffnet hatte.

Schulmaterial für Musula

Abendstimmung mit Gewitterwolken

1. November 2015

Lucien wird Zwei

Und zu unser aller Überraschung wird Lucien schon zwei Jahre alt.