Als "Enroute" bezeichnet man in der Fliegerei die Phase zwischen Start und Landung. Um Konflikte mit anderen Flugzeugen zu vermeiden, wird regelmässig eine Positionsmeldung gefunkt. Dieser Blog soll eine ähnliche Aufgabe erfüllen: ein Bericht über unsere momentane Position, unser Ergehen und unsere nächsten Schritte auf dem Flug in die Zukunft.
31. Dezember 2015
14. November 2015
Ein Tor im Himmel
„Ich versichere euch: Ihr werdet erleben, dass der Himmel offen steht und die Engel Gottes von dem Menschensohn hinauf- und zu ihm heruntersteigen.“ Joh 1,51
Ich wusste bereits am Morgen, dass es ein langer Tag werden würde. Ich musste Schulmaterial von Tari nach Muluma und Huya, zwei Dörfer im Busch, fliegen. Tari selbst ist auch eine gute Flugstunde von Rumginae entfernt. So erwartete ich, erst um ca 17:00 wieder zu Hause zu sein.
Wenn ich nach Tari fliege, kommt es selten so wie’s geplant war. Dieses Mal hatten die MAF-Angestellten noch eine zusätzliche Runde nach Musula eingebaut und so war ich bereits 30 Minuten hinter meinem Zeitplan, als ich kurz vor 15:00 Tari zum letzten Mal anflog. Dunkle Gewitterwolken verhiessen nichts Gutes und ich konnte gerade noch landen, bevor starke Regenschauer auf mein Flugzeug niederprasselten.
Nun begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Passagiere für Kiunga und ein zusätzlich geplanter Stopp in Suabi, um weitere Passagiere aufzuladen, verlangten nach etwas mehr als zwei Stunden Tageslicht, welches um 18:09 enden würde. Als es um 16:00 immer noch regnete, entschied ich mich, den zusätzlichen Stopp zu streichen und direkt nach Kiunga zu fliegen. So konnte ich eine halbe Stunde einsparen. Um 16:15 konnte man wieder Strukturen in den Wolken sehen und der Regen liess nach. Um 16:30 betankten wir das Flugzeug und luden die Passagiere ein. Der Wetterbericht für Kiunga war ausgezeichnet. Als ich in Tari abhob, hatte es nur noch wenige Wolken. Dafür wurde das Tageslicht langsam knapp – es blieben mir noch 90 Minuten, um (über Kiunga) nach Rumginae zu fliegen.
Während meiner Wartezeit in Tari hatten sich im Süden auch Gewitterwolken gebildet, und als ich den letzen Gipfel vor der grossen Ebene der Western Province hinter mir liess, versperrte mir eine Gewitterfront den Weg gegen Westen. Die Front erstreckte sich weit gegen Süden und Osten und mit den Bergen im Norden gab es keine Möglichkeit sie zu umfliegen. Da die Wolken bereits zu hoch für meinen kleinen Flieger waren, begann ich einen Sinkflug. Ich wollte versuchen unter den Wolken durchzukommen. Allerdings machte ich mir keine grossen Hoffnungen, da die Front ziemlich aktiv aussah und der Regen unter den Wolken wahrscheinlich zu stark sein würde.
In diesem Moment bemerkte ich ein unwirklich goldenes Licht zwischen zwei Gewittertürmen. Als ich es näher betrachtete, bemerkte ich, dass das Licht der Sonne, welche sich im Westen dem Horizont näherte, durch eine Öffnung schien und die feuchte Luft zum Leuchten brachte. Sofort brach ich den Sinkflug ab und fing wieder an zu steigen. Das goldene Tor im Himmel war der einzige Weg zurück nach Hause - falls ich dort ankam, bevor es sich wieder verschloss. Ich hielt geradewegs darauf zu und es schien wie eine Ewigkeit, bevor ich es erreicht hatte.
Dann war es geschafft. Ich flog durch die Öffnung und dahinter erstreckte sich die ganze Western Province in gutem Wetter und schönster Abendstimmung. Zwei Minuten bevor die aeronautische Nacht begann landete ich in Rumginae – weil Gott den Himmel für mich geöffnet hatte.
Ich wusste bereits am Morgen, dass es ein langer Tag werden würde. Ich musste Schulmaterial von Tari nach Muluma und Huya, zwei Dörfer im Busch, fliegen. Tari selbst ist auch eine gute Flugstunde von Rumginae entfernt. So erwartete ich, erst um ca 17:00 wieder zu Hause zu sein.
Wenn ich nach Tari fliege, kommt es selten so wie’s geplant war. Dieses Mal hatten die MAF-Angestellten noch eine zusätzliche Runde nach Musula eingebaut und so war ich bereits 30 Minuten hinter meinem Zeitplan, als ich kurz vor 15:00 Tari zum letzten Mal anflog. Dunkle Gewitterwolken verhiessen nichts Gutes und ich konnte gerade noch landen, bevor starke Regenschauer auf mein Flugzeug niederprasselten.
Nun begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Passagiere für Kiunga und ein zusätzlich geplanter Stopp in Suabi, um weitere Passagiere aufzuladen, verlangten nach etwas mehr als zwei Stunden Tageslicht, welches um 18:09 enden würde. Als es um 16:00 immer noch regnete, entschied ich mich, den zusätzlichen Stopp zu streichen und direkt nach Kiunga zu fliegen. So konnte ich eine halbe Stunde einsparen. Um 16:15 konnte man wieder Strukturen in den Wolken sehen und der Regen liess nach. Um 16:30 betankten wir das Flugzeug und luden die Passagiere ein. Der Wetterbericht für Kiunga war ausgezeichnet. Als ich in Tari abhob, hatte es nur noch wenige Wolken. Dafür wurde das Tageslicht langsam knapp – es blieben mir noch 90 Minuten, um (über Kiunga) nach Rumginae zu fliegen.
Während meiner Wartezeit in Tari hatten sich im Süden auch Gewitterwolken gebildet, und als ich den letzen Gipfel vor der grossen Ebene der Western Province hinter mir liess, versperrte mir eine Gewitterfront den Weg gegen Westen. Die Front erstreckte sich weit gegen Süden und Osten und mit den Bergen im Norden gab es keine Möglichkeit sie zu umfliegen. Da die Wolken bereits zu hoch für meinen kleinen Flieger waren, begann ich einen Sinkflug. Ich wollte versuchen unter den Wolken durchzukommen. Allerdings machte ich mir keine grossen Hoffnungen, da die Front ziemlich aktiv aussah und der Regen unter den Wolken wahrscheinlich zu stark sein würde.
In diesem Moment bemerkte ich ein unwirklich goldenes Licht zwischen zwei Gewittertürmen. Als ich es näher betrachtete, bemerkte ich, dass das Licht der Sonne, welche sich im Westen dem Horizont näherte, durch eine Öffnung schien und die feuchte Luft zum Leuchten brachte. Sofort brach ich den Sinkflug ab und fing wieder an zu steigen. Das goldene Tor im Himmel war der einzige Weg zurück nach Hause - falls ich dort ankam, bevor es sich wieder verschloss. Ich hielt geradewegs darauf zu und es schien wie eine Ewigkeit, bevor ich es erreicht hatte.
Dann war es geschafft. Ich flog durch die Öffnung und dahinter erstreckte sich die ganze Western Province in gutem Wetter und schönster Abendstimmung. Zwei Minuten bevor die aeronautische Nacht begann landete ich in Rumginae – weil Gott den Himmel für mich geöffnet hatte.
| Schulmaterial für Musula |
![]() |
| Abendstimmung mit Gewitterwolken |
1. November 2015
24. September 2015
18. September 2015
Frau Mechaniker
Manchmal ist nicht direkt sichtbar, was unsere Arbeit mit MAF bewirkt. So kann ein für uns Piloten ganz gewöhnlicher Flug für die involvierten Personen grosse Bedeutung haben. So auch im folgenden Erlebnis:
Der Unterhalt der Flugpisten, wie z.B. Gras schneiden, ist die Verantwortung der jeweiligen Dörfer. Wenn dies nicht regelmässig gemacht wird, verwildert die Piste, landen wird gefährlich und der Flugplatz muss geschlossen werden. Um den Dorfbewohnern die Arbeit des Gras Schneidens zu erleichtern, hat ATprojects, eine NGO aus Goroka, diversen Dörfern in der Western Province einen Rasenmäher finanziert. Sie besorgen auch dessen Unterhalt und liefern regelmässig Benzin, um ihn zu betreiben. Die MAF in Rumginae war seit Beginn dieses Projektes involviert und wir helfen nun regelmässig beim Verteilen der Benzinrationen.
Auf diesen Flügen ist immer auch ein einheimischer Mechaniker dabei, der dann jeweils vor Ort abklärt, ob der Rasenmäher noch korrekt funktioniert und eventuelle Reparaturen ausführt. Das letzte Mal war dies, zu meiner Überraschung, eine Frau. Nun, das scheint für Schweizer Ohren nicht wirklich speziell zu sein, aber dass in Papua-Neuguinea eine Frau als Mechaniker arbeitet, ist schon was Besonderes.
Sabi Auwo ist 22 Jahre alt und erhielt nach Abschluss ihrer Automechaniker-Ausbildung bei ATprojects eine Stelle. „Sabi ist die einzige aus einer Familie mit vier Mädchen, die die Grundschule abgeschlossen hat. Schon als Kind träumte sie davon, Mechaniker zu werden. Trotz diversen Hindernissen gab sie nicht auf und wurde schliesslich an der Kamaliki Vocational School aufgenommen. Sabi ist eine stille Person, aber sie ist belastbar und will Herausforderungen in ihrer Arbeit meistern.“ Darum wurde sie schliesslich angefragt, ob sie die Benzintour in der Western Province machen will.“
Sabi war noch nie zuvor in einem kleinen Flugzeugen geflogen, das auf kurzen und holperigen Graspisten inmitten des Dschungels landet. Sie sagt: „Dieser Trip in die Western Province forderte mich sehr heraus, da ich technische Probleme innerhalb limitierter Zeit und ohne Unterstützung beheben musste. Ich musste mich aber daran erinnern, dass wenn ich es als Frau so weit geschafft habe, ich auch diese Arbeit genau so gut wie meine männlichen Kollegen machen kann. Ich war das erste Mal in einem kleinen Flugzeug und ich hatte wirklich Angst, als wir die erste Piste anflogen. Ich dachte sogar, dass ich nicht wieder einsteigen werde, obwohl wir noch 5 weitere Plätze besuchen mussten. Aber die Gesichter der Leute, die wir dort trafen, erinnerten mich daran, das sie [auf den Rasenmäher angewiesen sind und meine Hilfe wirklich brauchen] und dies gab mir eine neue Perspektive meiner Arbeit.“
Sabi’s Reise hatte jedoch nicht nur sie verändert. Ein weiblicher Mechaniker war für die meisten Dorfbewohner der besuchten Flugplätze sicher ein neues Konzept und hat vielleicht das eine oder andere Mädchen inspiriert. Und ich habe gelernt, dass meine alltägliche Arbeit für Uneingeweihte angsteinflössend sein kann.
Der Unterhalt der Flugpisten, wie z.B. Gras schneiden, ist die Verantwortung der jeweiligen Dörfer. Wenn dies nicht regelmässig gemacht wird, verwildert die Piste, landen wird gefährlich und der Flugplatz muss geschlossen werden. Um den Dorfbewohnern die Arbeit des Gras Schneidens zu erleichtern, hat ATprojects, eine NGO aus Goroka, diversen Dörfern in der Western Province einen Rasenmäher finanziert. Sie besorgen auch dessen Unterhalt und liefern regelmässig Benzin, um ihn zu betreiben. Die MAF in Rumginae war seit Beginn dieses Projektes involviert und wir helfen nun regelmässig beim Verteilen der Benzinrationen.
Auf diesen Flügen ist immer auch ein einheimischer Mechaniker dabei, der dann jeweils vor Ort abklärt, ob der Rasenmäher noch korrekt funktioniert und eventuelle Reparaturen ausführt. Das letzte Mal war dies, zu meiner Überraschung, eine Frau. Nun, das scheint für Schweizer Ohren nicht wirklich speziell zu sein, aber dass in Papua-Neuguinea eine Frau als Mechaniker arbeitet, ist schon was Besonderes.
Sabi Auwo ist 22 Jahre alt und erhielt nach Abschluss ihrer Automechaniker-Ausbildung bei ATprojects eine Stelle. „Sabi ist die einzige aus einer Familie mit vier Mädchen, die die Grundschule abgeschlossen hat. Schon als Kind träumte sie davon, Mechaniker zu werden. Trotz diversen Hindernissen gab sie nicht auf und wurde schliesslich an der Kamaliki Vocational School aufgenommen. Sabi ist eine stille Person, aber sie ist belastbar und will Herausforderungen in ihrer Arbeit meistern.“ Darum wurde sie schliesslich angefragt, ob sie die Benzintour in der Western Province machen will.“
Sabi war noch nie zuvor in einem kleinen Flugzeugen geflogen, das auf kurzen und holperigen Graspisten inmitten des Dschungels landet. Sie sagt: „Dieser Trip in die Western Province forderte mich sehr heraus, da ich technische Probleme innerhalb limitierter Zeit und ohne Unterstützung beheben musste. Ich musste mich aber daran erinnern, dass wenn ich es als Frau so weit geschafft habe, ich auch diese Arbeit genau so gut wie meine männlichen Kollegen machen kann. Ich war das erste Mal in einem kleinen Flugzeug und ich hatte wirklich Angst, als wir die erste Piste anflogen. Ich dachte sogar, dass ich nicht wieder einsteigen werde, obwohl wir noch 5 weitere Plätze besuchen mussten. Aber die Gesichter der Leute, die wir dort trafen, erinnerten mich daran, das sie [auf den Rasenmäher angewiesen sind und meine Hilfe wirklich brauchen] und dies gab mir eine neue Perspektive meiner Arbeit.“
Sabi’s Reise hatte jedoch nicht nur sie verändert. Ein weiblicher Mechaniker war für die meisten Dorfbewohner der besuchten Flugplätze sicher ein neues Konzept und hat vielleicht das eine oder andere Mädchen inspiriert. Und ich habe gelernt, dass meine alltägliche Arbeit für Uneingeweihte angsteinflössend sein kann.
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| Stolzer Besitzer eines Rasenmähers |
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| Abfüllen des gelieferten Benzins |
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